17.-19.10.2008
Zweites Seminar für RYÛKYÛ KOBUDÔ TESSHINKAN in TOMSK (Sibirien)

Nach über einjähriger Vorbereitung durch Wiatscheslav Rogozin von der Kobudô-Föderation Sibirien war es gelungen, den Technischen Direktor des Tesshinkan für Europa, Sensei Frank Pelny, zum zweiten Seminar dieser Art nach Tomsk einzuladen. 44 interessierte Kampfsportler aus neun Dôjô ließen sich diese Gelegenheit nicht entgehen, hochklassiges und historisch belegtes Ryûkyû Kobudô aus einer qualifizierten Quelle zu erlernen. Die Teilnehmer kamen aus Nowosibirsk, Krasnojarsk, Biesk, Kisil, Anjero-Sudjensk und natürlich aus Tomsk. Insgesamt konnten 10 Stunden Kobudô-Training in zwei Leistungsgruppen durchgeführt werden. Der Schwerpunkt lag dieses Mal auf den Details der BÔ-Techniken im BÔ-NO-KIHON und der KATA SHÛSHI-NO-KUN (SHÔ) sowie der Handhabung der TEKKÔ (TEKKÔ-NO-KIHON, MAEZATO-NO-TEKKÔ).

Zur Auflockerung begann und endete das Seminar jeweils mit einer Trainingseinheit in Selbstverteidigung. Neben der Abwehr von Würgeangriffen wurde auch die Verwendung von Hilfsmitteln wie Regenschirm oder Gürtel gezeigt und geübt, woran die Teilnehmer viel Spaß hatten.

Am Freitagabend war sogar ein Fernsehteam anwesend und filmte einige Trainingsabschnitte und Vorführungen von Sensei Pelny. Dieser, mehrere Minuten lange, Bericht wurde noch am gleichen Abend in der aktuellen Nachrichtensendung ausgestrahlt und fand großen Anklang.

Im Rahmen dieses Seminars wurde am Sonnabend auch eine Beratung mit den anwesenden Dôjô-Leitern zur weiteren Entwicklung und Perspektiven des Kobudô in Sibirien durchgeführt. Es bestand Einigkeit darüber, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen und das Kobudô in Sibirien weiter zu verbreiten.

Am Sonntagvormittag wurden 25 Prüfungen zu KYÛ-Graden abgenommen, von denen immerhin 23 erfolgreich bestehen konnten. Dabei waren Wiatscheslav Rogozin, Georgie Glukchow und Alexander Esipov die ersten Kobudô-Sportler Sibiriens, die den 3. KYÛ im Kobudô bestanden.

Sonntagmittag hatte Rogozin Sensei den 1. Sibirischen Kobudô-Pokal organisiert. 22 Teilnehmer aus drei Städten (Tomsk, Nowosibirsk, Anjero-Sudjensk) kämpften in vier Startergruppen: Kata weiblich, Kata männlich Erwachsene, Kata Kinder und Kumite. Das Kumite wurde als Yakusoku-Kumite in der Art durchgeführt, dass immer ein Team aus zwei Sportlern die Bunkai des BÔ-NO-KIHON Nr. 3, 4, 5, 7, 9 und 10 einmal aus der Bewegung in Kreisform demonstrierten. Alle Starter waren begeistert und aufgeregt bei der Sache. Die begehrten Goldmedaillen konnten sich dann aber nur die folgenden Sportler verdient erkämpfen:

Kata weiblich - Anastasia Kozlowa (Tomsk),
Kata männlich - Alexander Esipov (Tomsk),
Kata Kinder - Grigorie Aksinenko (Tomsk),
Kumite - Team Alexander Esipov & Igor Nerobow (Tomsk).

Nachdem am Ende des Seminars die Teilnehmer das Dôjô schon verlassen hatten, führte Sensei Pelny mit den Instrukteuren noch eine weitere Unterweisung durch und schulte sie ihn wichtigen Details der BÔ-Kata SHÛSHI-NO-KUN (SHÔ) und der Bunkai zum BÔ-NO-KIHON.

Der Vollständigkeit halber soll noch erwähnt werden, dass sich einige Anekdoten ereigneten, die sicherlich im Gedächtnis der Teilnehmer haften bleiben werden, sei es der kaputt gegangene Regenschirm bei der Selbstverteidigungsdemonstration für das Fernsehen, das beinahe ausgestochene Auge beim KUMITE-Wettkampf oder die (ungewollte) Kontaktaufnahme mit der russischen Polizei, die zum Glück nicht im Vollkontakt endete.

Abschließend kann dem Veranstalter, Sensei Wiatsacheslav Rogozin, nur ein großes Lob für die professionelle Organisation ausgesprochen werden. Für Oktober 2009 ist übrigens geplant, dass Sensei Pelny eine ganze Woche in Sibirien weilen und Trainings in mehren Städten geben wird. Sibirien -> Kobudô ist im Kommen!