TESSHINKAN    meets    SHÔTÔKAN

 

unter diese Überschrift könnte man durchaus den am 20. März 2005 in Halle / Saale stattgefundenen Tesshinkan-Lehrgang stellen. Doch kurz zur Vorgeschichte. Schon seit vielen Jahren (sind es schon 10?) lädt der Hallenser Verein zweimal jährlich zu Karate-Lehrgängen unter der Leitung von Frank Pelny (4. Dan Shôtôkan Karate-Dô) ein. Nachdem Sebastian Edelmann (2. Dan Shôtôkan Karate-Dô), der 1. Vorsitzende des Jitoku-Dô Halle e.V. und Meisterschüler von Frank Pelny, vor einigen Jahren bei Frank mit dem Kobudô-Training begann, entschloss man sich zum Lehrgang im November 2004 erstmals, an einem Wochenende zwei Lehrgänge auszurichten. Am Sonnabend fand wie gewohnt der Karate-Lehrgang statt, aber am Sonntag wurde dann ein separater Kobudô-Lehrgang ausgerichtet. Das Echo war beachtlich! Fast 25 Karateka und Kobudôka nahmen daran teil! So viel der Entschluss nicht schwer, diese Organisationsform zum Standard zu erheben. Also wurde auch das Wochenende vom 19./20. März 2005 in Halle im Sinne der Kampfkünste Karate-Dô und Kobudô gefüllt. Zum Karate-Lehrgang am Sonnabend waren fast 50 Teilnehmer gekommen, die motiviert ihre Fähigkeiten in Kihon und Kata verbesserten. Die schon obligatorische Stunde Selbstverteidigung am Ende, wenn der Spezialist auf diesem Gebiet Frank Pelny schon mal vor Ort war, durfte natürlich nicht fehlen. Am Abend kam dann auch der Hunger zu seinem Recht. In einigen gemütlichen Stunden beim "Chinesen" konnte der Trainingstag noch einmal Revue passieren und es wurde über viele interessante Themen gesprochen. Am Sonntag dann war Ryûkyû Kobudô Tesshinkan angesagt. Diesmal hatten sogar über 30 Teilnehmer aus den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bayern den Weg nach Halle auf sich genommen, um vom KKD Honbu-Kai Trainer für Tesshinkan aus erster Hand die Feinheiten und Hintergründe des Tesshinkan zu erlernen. Die Übungsgruppe teilte sich ziemlich genau zur Hälfte in reine Kobudôka und zur anderen Hälfte in Shôtôkan-Karateka. Gerade für die Karateka war die Erkenntnis sehr interessant, wie dicht doch Tesshikan und Shôtôkan tatsächlich zusammen liegen, historisch und technisch. So wurde dann auch begeistert geübt. In der ersten Trainingseinheit stand Bô auf dem Programm. Die ersten 5 Kombinationen des Bô no Kihon wurden geübt und anschließend jeweils im Kumibô in der Praxis getestet. Alle Teilnehmer, vom Anfänger bis zum Schwarzgurt, waren von der Logik des Bewegungsflusses der Anwendungen überrascht und hatten somit auch keine Schwierigkeiten, diese nachzumachen. Überhaupt legte Frank Pelny viel Wert darauf, den Sinn der verschiedenen Techniken in der Anwendung zu erklären. So auch bei der Kata Maezato no Tekkô in der zweiten Trainingseinheit. Abschließend konnten alle Teilnehmer diese doch recht anspruchsvolle Kata zumindest auf Zählzeiten vollständig ausführen. Die letzte Trainingseinheit stand ganz im Zeichen des Kumite. Die 10 Abläufe des Bô tai Sai Kumite wurden enthusiastisch geübt, wenn auch mancher Anfänger mit diesen komischen langen Metall-Essstäbchen nicht so ganz klar kam. Der Lehrgang schloss mit einigen erfolgreichen Prüfungen im Tesshinkan und im Gendai ab. Schon jetzt ist klar, der nächste Termin in Halle am 26./27. November 2005 ist ein unbedingtes Muss!