Auf zu neuen Ufern - Im Land der aufgehenden Sonne

Wie manche von Euch noch wissen war unser damaliger Präsident Jürgen Mayer 1999 auf einer Tour durch Japan und Okinawa. Beim Besuch der RYUKYU Weltmeisterschaft in Naha hat er auf seine geniale Art direkten Kontakt zu einem ansässigen KOBUDO Großmeister geknüpft. TAMAYOSE Hidemi ist in direkter Linie zu SHINKEN TAIRA und AKAMINE Eisuke zu sehen. Die absolute Referenz für authentisches RYUKYU KOBUDO. Der perfekte Kontakt für den KOBUDO KWAI.

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In der folgenden Zeit wurde dann versucht einen engeren Kontakt nach Okinawa zu knüpfen. Einen Besuch und Gegenbesuch zu vereinbaren. Diese Gespräche zogen sich dann bis Anfang 2001 hin, bis das OK aus NAHA kam. Leider mußte Jürgen die Einladung ausschlagen da gerade in diesen Zeitraum seine Prüfung zum 4. DAN KARATE fiel. So rückte unser BJT Dirk Lauterwasser nach.

Am 27. März war es dann soweit. Die beiden Repräsentanten des KOBUDO KWAI Deutschland starteten zu ihrer langen Reise nach Okinawa. Zuerst nach London, dann nach Tokyo, mit dem Bus weiter zum nationalen Airport. Von dort eigentlich recht entspannt nach Naha in Okinawa. Trotz des relativ lockeren Fluges dauerte der Trip über 24 Stunden. Ein paar Stunden länger wegen des Umweg über London. Aber dafür fast 500 DM billiger. Ein Argument. Oder auch nicht?!

In Naha wurden wir sehr herzlich von dem Meisterschüler des Sensei empfangen. Don ist Kanadier und lebt seit über 10 Jahren in Okinawa und trainiert dort KOBUDO. Zuerst wurden wir zum Essen eingeladen und dann ging es los zum Training. In der Woche vor uns war ein Gruppe aus KANADA da und war gerade im Begriff abzureisen.

Das Training von Sensei TAMAYOSE findet traditionell im eigenen Haus statt. Dort befindet sich ein kleines Dojo wo man sich trifft. Bis zu Gruppen von 10 Schülern. Sollten sich dann mehr Schüler anmelden geht man in die Halle um die Ecke. Über diese Art des Trainings waren wir schon überrascht. Das es so dezentral organisiert ist. Aber das ist typisch für Okinawa.

Über die Schüler des Sensei waren wir sehr überrascht. Völlig offen und sehr nett. Als hätte man alte Freunde getroffen. Ein Gefühl als ob man nach „Hause" kommt. Wir waren gleich auf einer Linie und haben sofort mit dem Training begonnen. Überrascht war ich das es auch da Schüler gibt die, sagen wir mal, wohlbeleibt sind. Auch da sagt man nun: Ohne Masse keine Klasse

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Um es gleich vorweg zu nehmen, wir wurden ganz schön geschliffen. Es wurde Training an der Basis gemacht. So haben wir nur die KATA SHUJI-NO-KUN SHO und den BO KIHON geübt. Das über die ganzen 12 Tage und das täglich. Ein echt hartes Brot. Am Ende der Schulung gab es dann noch einen Bonus, MAESATO NO NUNCHAKU. Aber wer den Eindruck hat das sein recht wenig, der täuscht sich. Dem Meister gelang es immer und immer wieder uns klar zu machen das wir noch nicht so weit waren. Aber wir haben den Aufnahmetest erfolgreich bestanden. Den Test ob wir würdig sind als Schüler anerkannt zu werden. Nachdem wir diese Hürde geschafft haben ging es steil nach oben.

So hatten wir das wunderbare Privileg vom Sensei TAMAYOSE persönlich betreut zu werden. Er hat uns jeden Tag am Nachmittag im Hotel abgeholt und dann auf ganz Okinawa umher gefahren. Zeigte uns ganz im Stil der Japaner ( Europa in einer Woche ) die Insel. Einen Punkt anfahren, aussteigen, Bilder machen und weiter. Viel gesehen, aber Streß. Am Abend dann persönliches Training, der Meister, Dirk und ich. Das war die härteste Zeit. Immer im Blick und unter Kontrolle des Sensei.

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Umgeworfen hat uns die Gastfreundschaft. Alle Aktivitäten auf der Insel hat der Meister für uns aus seiner eigenen Tasche bezahlt. Selbst die Essen in den Restaurants hat er uns bezahlt. Und wenn wir mal in seinem Haus geübt haben, dann hat seine Frau für uns gekocht. Er hat sofort die Maxime des Kwai umgesetzt: Bei einem guten Lehrgang muß du mindestens 1 Kilo zunehmen. Wir haben daran gearbeitet. Und wenn es nicht mit dem Essen geklappt hat, dann spätestens bei den Partys. Die waren sehr oft. Denn immer wenn ein Freund eine Reise macht, und wenn es nur nach Tokyo geht, dann wird Abschied gefeiert. So kamen wir täglich in den Genuß irgendeine Party zu besuchen.

Natürlich ist es mir auch gelungen die Vorzüge des Cola / Wein den Asiaten näher zu bringen. Ich denke besser als das Bier mit Tomatensaft oder SAKE in dem Schlangen eingelegt waren. Bei der Top Party am Mittwoch wurden wir dann für unsere Arbeit geehrt und in den Kreis der Schüler aufgenommen. Wir waren uns der Ehre bewußt und um das Ereignis noch zu toppen hat uns der Sensei noch eine Fahne geschenkt. Auf der steht geschrieben: TESSHINKAN RYUKYU KOBUDO.

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Dazu noch ein paar ganz persönliche Geschenke die mir noch jetzt eine Gänsehaut verursachen. Wir hatten wirklich das Gefühl bei alten Freunden zu sein.

Die Krönung des Lehrgangs dürfte für viele das üben am Strand gewesen sein. Aber Hallo muß ich da sagen. Für uns war das die Krönung der Qualen. Schon in der Halle ist der BO KIHON ein Stück Arbeit. Aber am Strand, da wo man barfuß im Sand steht, da geht es erst recht zur Sache. Auf den Kopf brennt die Sonne und die Füße schneidet man sich an den Korallen auf. Die liegen dort in Millionen von Bruchstücken herum. Das tut weh! Und da der KIHON nur vor und zurück hat man sich immer tiefer in den Sand eingegraben. Sieht alles sehr idyllisch aus, war aber harte Arbeit. Wie man an Hand der Bilder und des Video erkennen kann. Aber eine traumhafte Kulisse, So müssen sich die alten Meister gefühlt haben.

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Wie alles, so ging auch dieser Lehrgang zu Ende. Aber ich muß wirklich sagen das hätte dürfen nicht länger dauern. Denn wir waren platt.

Als Resultat kann man sagen das wir vom KWAI sehr nahe an der wahren Lehre sind. Bezogen auf Zeremonie und vor allem Stellungen. Wir haben viel über die wahren Hintergründe und die Meister erfahren. Haben die Orte besucht an denen so manche KATA entstanden ist, wie HAMAHIGA oder TSUKEN. Wurden mit einer Menge hochkarätiger KARATE Meister bekannt gemacht. Beim KOBUDO ging das leider nicht, denn wir hatten einen der höchsten als Trainer.

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Um das alles zu vertiefen haben wir mit Sensei TAMAYOSE einen Besuch in Deutschland für den Juli 2002 vereinbart. Natürlich wird er kommen und freut sich schon jetzt.

Sein Meister Schüler DON SHAPELAND wird schon im Dezember 2001 kommen um mit uns ein wenig zu trainieren. Er wird an dem Intensivkurs im Dezember voraussichtlich teilnehmen.

Mit all diesen Erkenntnissen und Eindrücken, auch das eine Flasche Cola 1,5L im Supermarkt fast 8 DM gekostet hat, haben wir die Heimreise angetreten. Diese hat sich auf fast 36 Stunden ausgedehnt da wir in Tokyo noch einmal 12 Stunden Standbye hatten.

Aber auch nach den 36 Stunden sind wir dann wohlbehalten in Frankfurt gelandet. Bereit und „heiß" das gelernte umzusetzen.

rainer@t-online.de

 

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